HISTORIE

 

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NEWS
21.02.2017
Das historische Flugplatzrennen kehrt zur├╝ck auf die alte Rennstrecke
Calden

13.01.2017
Historisches Flugplatzrennen
25.08. - 27.08.2017
Alter Flughafen Kassel-Calden
mehr Infos und Anmeldung hier
25.08.2016
Wheels Meet Wings
Das Oldtimer Magazin R├ťCKSPIEGEL 1-3 zum Thema WMW ist komplett.
EVENTS
 

Die Geschichte des Herkules Bergrennens

Das Rennen:

Hist

Eines der wohl ber├╝hmtesten und sch├Ânsten Bergrennen Deutschlands f├╝r Renn- und Tourenwagen sowie Motorr├Ądern fand von 1923 bis 1927 in Kassel zu F├╝├čen der Herkules statt. Damals starteten so bekannte Fahrer, wie Rudolf Caracciola, Karl Kappler, Carl J├Ârns und Fritz Rosenberger. Von 1951 bis 1954 wiederholte sich die Veranstaltung als reines Motorradrennen mit ├╝ber 80.000 begeisterten Zuschauern. An diese historischen Wurzeln soll 51 Jahre nach dem letzten Senken der Zielflagge erinnert werden.

Rudolf Caracciola:

Rudolf Caracciola

Sieben Jahrzehnte vor Michael Schumacher begeisterte bereits ein deutscher Rennfahrer die Motorsportfans in aller Welt: Rudolf Caracciola. Mit seinem au├čergew├Âhnlichen K├Ânnen und seinem Mut beherrschte er Fahrzeuge und Rennstrecken. Das Fahrergenie war durch seine Grand Prix-Siege, dem ersten Erfolg eines Nichtitalieners bei der "Mille Miglia" und seinen drei Europameister-Titeln ein Star am Motorsporthimmel.

Geboren wurde Rudolf Caracciola am 30. Januar 1901 in Remagen. Seine Vorfahren waren vor 300 Jahren aus Neapel ins Rheinland gekommen. Seine Karriere beginnt 1922 in Berlin. Als Volont├Ąr der Aachener Fafnir-Automobilwerke f├Ąhrt er einen Sieg in seiner Klasse ein. F├╝r "Karatsch" wie ihn Fans liebevoll nannten, steht fest, dass er Rennfahrer werden will: "Ich war zutiefst von der Faszination dieses Sports ├╝berzeugt." 1924 wechselt er zu Mercedes und geht damit eine erfolgreiche Bindung ein, die bis zu seinem Karriereende h├Ąlt.

Am 11. Juli 1926 gewinnt er bei widrigen Wetterbedingungen den ersten Gro├čen Preis von Deutschland auf der AVUS in Berlin und als er sich am 19. Juni 1927 in der Eifel hinters Lenkrad seines Mercedes-Benz Typ S setzt, schl├Ągt die Geburtsstunde eines Mythos: Rudolf Caracciola und der N├╝rburgring. "Eine b├Ąrig schwere Strecke", schreibt er sp├Ąter. 22 Kilometer in den Eifelbergen mit 180 zum Teil ├Ąu├čerst t├╝ckischen Kurven. Mit dem zweiten Gro├čen Preis von Deutschland wird der anspruchsvolle Kurs er├Âffnet. Unter sengender Hitze bezwingt ihn Caracciola als schnellster. Er liebt die grandiose Eifelstrecke und dominierte auch in den Folgejahren auf seiner "Heimstrecke". Caracciola eilt von Erfolg zu Erfolg. 1930 gewinnt er den Gro├čen Preis von Irland und damit die "Irish-Times-Trophy." Er wird Europa-Bergmeister und ist dennoch am Ende der Saison arbeitslos. Mercedes zieht sich wegen der Wirtschaftskrise aus dem Rennsport zur├╝ck. Jetzt erst Recht, denkt sich der klein gewachsene Pilot und handelt mit Mercedes-Rennleiter Alfred Neubauer einen Vertrag auf privatwirtschaftlicher Basis aus. Sein Rennprogramm sieht 26 Rennen in 14 L├Ąndern vor.

Das erste Rennen des Privatfahrers Caracciola f├╝hrt ihn zur Mille Miglia: 1600 Kilometer auf staubigen Landstra├čen von Brescia ├╝ber Florenz, Rom, an die Adriak├╝ste nach Ancona und wieder zur├╝ck. "Vorbei an Schluchten, durch scheu├čliche Serpentinen und Korkenzieherkurven und wieder auf schnurgeraden Landstra├čen mit im Durchschnitt 170 Stundenkilometern - eine Nacht und wieder ein Tag lang", schildert Caracciola. Als erster Nichtitaliener tr├Ągt sich der Rheinl├Ąnder mit italienischen Vorfahren in die Siegerliste ein. Eine Pioniertat. Wochen sp├Ąter sind Caracciola und sein Mercedes Typ SSKL weder beim ADAC-Eifelrennen noch beim Gro├čen Preis von Deutschland zu schlagen. 1932 f├Ąhrt er f├╝r Alfa Romeo und ihm gelingt das Kunstst├╝ck, dass er seinen Sieg auf dem N├╝rburgring wiederholt. 1933 erweist sich als ein schwarzes Jahr: Im Training vom Gro├čen Preis von Monaco verungl├╝ckt er. Der rechte Oberschenkelhalsknochen ist zertr├╝mmert und sein Bein bleibt f├╝nf Zentimeter k├╝rzer. Die Depressionen verst├Ąrken sich, als seine Frau Charly bei einem Lawinenungl├╝ck ums Leben kommt. Doch sein Stern erlischt nicht. Als Mercedes 1934 mit seinen legend├Ąren Silberpfeilen wieder ins gro├če Renngeschehen eingreift, holt Neubauer "Caratsch" zur├╝ck in den Rennstall.

W├Ąhrend der goldenen "Silberpfeil-├ära" wird er dreimal Europameister, dem heutigen Weltmeistertitel vergleichbar. Er gewinnt 1935 den Gro├čen Preis auf dem N├╝rburgring, unterliegt 1936 zwar dem Auto-Union-Star Bernd Rosenmeyers, aber er steht 1937 und 1939 auf seiner Lieblingsstrecke auf dem obersten Podest. Und noch einen Rekord h├Ąlt er bis heute inne: Mit 432,7 Stundenkilometern erreicht er die h├Âchste Geschwindigkeit, die ├╝ber den "fliegenden Kilometer" einer normalen Verkehrsstra├če bislang erzielt wurde. Der Weltkrieg beendet seine Karriere. Zwar versucht er ein Comeback. Doch nach zwei schweren Unf├Ąllen beendet das Rennfahrer-Genie seine einzigartige Karriere. Rudolf Caracciola begr├╝ndete den Mythos der Silberpfeile mit und steht in einer Reihe mit anderen Rennfahrerlegenden wie Juan Manuel Fangio, Hans Herrmann, Eugen B├Âhringer oder Mika H├Ąkkinnen als einer der erfolgreichsten Mercedes-Piloten aller Zeiten ganz vorne.